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Dr. Leane Schäfer: Wo die Linie mich hinführt –
Zur Bedeutung der Zeichnung im künstlerischen Werk von Susanne Stähli


Auszug:

Von außen betrachtet scheinen die beiden Positionen im künstlerischen Schaffen von Susanne Stähli äußerst konträr. Ihre Malerei braucht Raum, um sich zu entfalten. In der Regel auf dem großen Tableau, mit leuchtenden Acrylfarben auf Leinwand, die wie eine Membran zu atmen scheint. Ihre Zeichnung hingegen bleibt kleinformatig, beschränkt auf ein Din-A-4-Blatt oder kleiner, meist unbunt, höchstens blässlich. Aber in beiden Gattungen geht es der Künstlerin um Elementares: Farbe ist bei ihr nur Farbe, und Linie nur Linie. Und gerade darin ist die Verwandtschaft zu sehen. Es geht nicht um Effekte, nicht darum, etwas ausdrücken zu wollen. Weniges reicht aus, um enorme Kraft zu entwickeln. In der Malerei Stählis geht es allein um die Farbe, in der Zeichnung stets um die Linie.

Dr. Leane Schäfer ist Direktorin des Kunstmuseums in Gelsenkirchen.

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