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Annette Quast, Farbe als Gegenstand
Überlegungen zur Malerei von Susanne Stähli

"....Wer vor ihre Bilder tritt, begegnet einer Malerei aus Acrylfarben mit dem für diese typischen Übergang von Glanz und Mattheit.
Die Entstehung eines Bildes basiert auf einem dialogischen Arbeitsprozess, der einen langen Zeitraum beansprucht. Die Farben werden nicht gemischt, sondern immer pur, in stark verdünntem, wässrigen Zustand aufgetragen, so dass sich die tatsächliche Farbbildung sukzessiv im Prozess des Malens entwickeln kann. Der endgültige Farbcharakter entsteht letztendlich in der Übereinanderlagerung, durch das Verschmelzen der hauchzarten Schichten. In diesem Übereinanderlegen einer Vielzahl dünner Lasuren, verschiedener Nuancen eines Farbtones, schwingen immer die unteren Töne mit, so dass ein Farbklang mit vielen Obertönen entsteht. Gleichzeitig entwickelt die Farbe Volumen und eine Räumlichkeit, die nicht plastisch greifbar ist, sondern sich vielmehr zu einer Farbatmosphäre, zu einem lebendigen Organismus voller Leuchtkraft verdichtet, in den das Auge des Betrachters eintauchen kann. Wesentliche Elemente des schöpferischen Prozesses können im Sehen selbst nachvollziehbar werden....Stähli setzt nicht Farbe, sondern holt sie in unzählig transparenten Lasuren allmählich in die Sichtbarkeit."

Auszug aus Katalog 2001
Annette Quast, Hattingen

 

Dr. Gabriele Uelsberg
Zu den Zeichnungen von Susanne Stähli


Wenn wir hier ein Blatt kennen lernen, bei dem das Transparenzpapier über den linken Rand etwa einen Zentimeter weit hinausgeht und so den rechten Rand des unterliegenden Blattes offen lässt, so erkennen wir eine Doppelfläche von Rot, einmal auf Transparenzpapier und einmal auf normalem Papier, die unterschiedlich wirkt, je nachdem auf welchem Trägergrund sie aufgebracht ist, die unterschiedliche Dichtigkeiten hat und die trotzdem gleichsam wie ein Nachhall, wie ein Echo, wie ein Doppelbild wirkt, das uns die Vielschichtigkeit der Arbeiten noch einmal vor Augen führt.

Aus " Zu den Zeichnungen von Susanne Stähli ", Dr. Gabriele Uelsberg, Katalog 2001
Dr. Gabriele Uelsberg ist Direktorin des Rheinischen Landesmuseums in Bonn.

 

 

 
 

 
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